Presseartikel 2020

DAS BESCHÄFTIGT EINSATZKRÄFTE IM EMSLAND

"Feuerkrebs ein jahrelang unterschätztes Risiko"

Der Moorbrand in der Esterweger Dose verlangten den Feuerwehren im nördlichen Emsland im vergangenen Jahr einen großen Einsatz ab. Foto: Feuerwehr/Samtgemeinde Nordhümmling

Sögel. Fehlalarme und gewaltsame Türöffnungen in Notfällen halten die Freiwilligen Feuerwehren im nördlichen Emsland zunehmend in Atem. Das ist beim Neujahrsempfang des Kreisfeuerwehrverbandes Aschendorf-Hümmling in Sögel deutlich geworden. Dort wurde zudem der eklatante Zustand der Katastrophenschutzfahrzeuge im Emsland offenkundig. Es gibt aber auch gute Nachrichten. Ein Überblick.

Mitglieder: Personell sehen sich die Feuerwehren gut aufgestellt. Anders als in anderen Regionen plagen die ehrenamtlichen Helfer auch keine Nachwuchssorgen.

Zahlen? Bitte: Dem Verband gehören derzeit 1460 Mitglieder aus 21 Orts- und drei Werkfeuerwehren an. Darunter sind 1023 aktive Feuerwehrleute (1005 Männer, 18 Frauen), 247 Werkfeuerwehrleute, 104 passive Kameraden in den Altersabteilungen der Ortsfeuerwehren, 65 Mitglieder in den drei Jugendfeuerwehren (Papenburg-Untenende, Aschendorf, Sögel) sowie 21 Musiker in der Feuerwehrkapelle Ahlen.

Die Feuerwehrkapelle Ahlen. Foto: Gerd Schade/Archiv

Einsatzbilanz: Die Feuerwehren rückten 2019 insgesamt 895-mal aus (363 Brandeinsätze, 501 Hilfeleistungen, 31 Fehlalarme). Die Werkfeuerwehren fuhren etwa 200 Einsätze.
Obwohl auch der Sommer 2019 heiß und trocken war, hatten es die Feuerwehren deutlich weniger mit Wald- und Flächenbränden zu tun. Einen Großeinsatz bescherte ihnen aber der Moorbrand an der B 401 bei Esterwegen in Mai. Rund 24 Stunden hatten mehrere Hundert Einsatzkräfte, darunter auch welche aus den Landkreisen Cloppenburg und Leer, ein Feuer auf den Torfabbauflächen im Naturschutzgebiet Esterweger Dose bekämpft.

Notfalltüröffnungen: Zugenommen haben nach Angaben der Verbandsführung um Brandabschnittleiter Gerd Köbbe die Notfalltüröffnungen. So wird die Feuerwehr beispielsweise von der Polizei hinzugerufen, wenn es darum geht, wegen eines möglichen Notfalls gewaltsam in eine Wohnung oder ein Haus eindringen zu müssen, weil sich darin vielleicht hilflose Menschen befinden.

Fehlalarme: Auffällig sind dem Verband zufolge Alarme durch Rauchmelder in Privathaushalten – vor allem dann, wenn die Bewohner nicht zu Hause sind. Demnach ist es häufig so, dass die Melder schlecht gewartet sind. Die Folge: Der Melder „piept“ plötzlich, weil die Batterieladung zur Neige geht. Weiterhin ein Problem aus Sicht der Feuerwehren bleiben Fehlalarme von Brandmeldeanlagen in Firmen. Hier zeichnet sich jedoch keine zufriedenstellende Lösung ab. Denn in Sachen Brandschutz sind die Meldeanlagen nach Auffassung des Verbandes unerlässlich.

Katastrophenschutz: Die sechs bei den Feuerwehren im Emsland stationierten Katastrophenschutzfahrzeuge sind buchstäblich in die Jahre gekommen. Sie haben 30 Jahre und mehr auf dem Buckel. Auch deren Technik ist veraltet. Konkret bleibt in Kürze lediglich noch der in Werlte stationierte Schlauchwagen, ein Unimog mit 2000 Meter Schlauch an Bord, im Dienst. Bei den anderen Fahrzeugen handelt es sich um Löschwagen in Lathen, Meppen, Bawinkel, Geeste und Emsbüren. Drei sind bereits, zwei werden ausgemustert.

Der Schlauchwagen aus Werlte. Foto: Lambert Brand

ZUM EHRENMITGLIED ERNANNT

Sögeler hat das Antlitz der Feuerwehr jahrzehntelang geprägt

von Gerd Schade, Florian Bethke

Sögel. Im Vorstand des Kreisfeuerwehrverbandes (KFV) Aschendorf-Hümmling ist eine Ära zu Ende gegangen. Nach jeweils weit mehr als 30 Jahren hat Lambert Brand seine Ämter als Geschäftsführer und Pressewart des KFV aufgegeben. Alle Posten ist der Sögeler damit aber nicht los.

Beim Neujahrsempfang des Verbandes mit rund 60 geladenen Gästen in der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Sögel würdigten die Kameraden Brand mit der Ernennung zum Ehrenmitglied. Abschnittleiter Gerd Köbbe bezeichnete „unseren allseits geschätzten Lambert“ als „das prägende Gesicht unseres Verbandes“. Brand hatte das Amt des Pressewartes beim 1950 gegründeten KFV im Jahr 1982 übernommen, seit 1987 war er zudem dessen Geschäftsführer. 

Eine "Institution"


Für die CDU-Bundestagsabgeordnete Gitta Connemann, die die Laudatio hielt, ist Brand eine „Institution“, die nicht zuletzt 2018 beim Moorbrand auf dem Bundeswehrgelände die mediale Außendarstellung und damit das Antlitz der Freiwilligen Feuerwehren im Emsland und darüber hinaus maßgeblich im positiven Sinne geprägt habe. Dabei habe er ein deutlich besseres Bild abgegeben als mancher Bundeswehrsprecher. „Ehrung hat auch etwas mit Gerechtigkeit zu tun“, sagte Connemann. In diesem Zusammenhang lenkte die Christdemokratin den Blick auf Brands Ehefrau Katharina, die ihm stets den Rücken freigehalten habe.

Urkunde und Blumen gab es für Lambert Brand und seine Frau Katharina. Foto: Florian Bethke

Brand steht seit mehr als 45 Jahren in Diensten der Feuerwehr. 1974 in seinem Heimatort Heede der örtlichen Feuerwehr beigetreten, folgte 1986 der beruflich bedingte Wechsel nach Sögel. Seitdem ist Brand in der Feuerwehr der Hümmlinggemeinde aktiv. Brand sei einer, „der immer anpackt“ und ein Mensch, der andere wertschätze und dem man immer vertrauen könne, betonte Connemann. Ausdrücklich lobte sie in höchsten Tönen die Konstanz und Verlässlichkeit des Sögelers, der im Übrigen auch seit Jahrzehnten als Freier Mitarbeiter für unsere Redaktion aktiv ist.

Neben Connemann dankte auch der neue Dezernatsleiter (Dezernat V Recht, Ordnung, Straßenverkehr und Veterinärwesen) Michael Steffens, Lambert Brand für seine herausragende Arbeit. Steffens der die Nachfolge als Dezernatsleiter von Marc-Andrè Burgdorf übernommen hatte, erinnerte sich an das tragische Transrapidunglück auf der Versuchsstrecke in Lathen. Bei diesem Einsatz hatte Brand als Ansprechpartner für sämtliche Presseinstitutionen fungiert und diese professionell mit Informationen versorgt.

Anton Schuten seit 40 Jahren in der Feuerwehr Dörpen

Beförderungen für verdiente Einsatzkräfte

Jsie Dörpen. Dörpens Ortsbrandmeister Wilfried Ahlers zog anlässlich des diesjährigen Feuerwehrfestes im Saal Ellerbrock Bilanz. 81 Einsätze verzeichnete die Feuerwehr Dörpen Jahr 2019, bei denen 1790 Einsatzstunden geleistet worden sind. Dieses ist im Vergleich zum Vorjahr ein kleiner Rückgang gewesen. Die Einsätze gliederten sich in 38 Brand- und 39 technischen Hilfeleistungseinsätzen. Dazu wurden noch 4 Brandsicherheitswachen durchgeführt. Mit den insgesamt 52 Dienstabenden leisteten die Dörpener Einsatzkräfte knapp 4100 Stunden zum Wohle der Bevölkerung. Auch im vergangenen Jahr forderten umliegende Feuerwehren immer häufiger den Rüstwagen und die Drehleiter bei speziellen Einsätzen an, wie zuletzt Mitte Dezember bei einem schweren Verkehrsunfall auf der B401 in Esterwegen. Ein besonderes Highlight im vergangenen Jahr, war die Neuanschaffung des neuen Einsatzleitwagens (ELW 1) im Oktober, so Ahlers. Dieses hochmoderne Fahrzeug war erforderlich geworden, da das knapp 20 Jahre alte Vorgängerfahrzeug nicht mehr den technischen Anforderungen entsprach. Mit dem neuen, hochmodernen ELW sei es nun möglich den Einsatzleiter noch effektiver an der Einsatzstelle bei der Einsatzdokumentation und Lagekartendarstellung zu unterstützen. Die offizielle Einweihung findet im April statt. Ein besonderer Dank galt der Samtgemeinde Dörpen für die gute Zusammenarbeit und der Abwicklung bei der Neuanschaffung. In hohem Maße dankte Ahlers den Ausbildern der eigenen Wehr für ihre fantastische Arbeit bei den vielen Dienstabenden. Wir haben eine hochqualifizierte ausgebildete Mannschaft, zeigte sich Ahlers sichtlich zufrieden. Ein besonderer Dank galt den Partnerinnen und Partnern der Einsatzkräfte, die ihren Feuerwehrmännern -und Frauen stets den Rücken freihalten.

Samtgemeindebürgermeister Hermann Wocken dankte der Dörper Wehr im Namen des Rates, der Verwaltung, sowie der Gemeinden Dörpen, Neudörpen, Lehe und Neulehe für den unermüdlichen, ehrenamtlichen Einsatz zum Wohle der Bevölkerung im vergangenen Jahr. Ein großer Dank galt auch der anwesenden Alters-und Ehrenabteilung, die viele Jahrzehnte einen herausragenden Dienst in der Feuerwehr geleistet haben.

-Anton Schuten für 40 Jahre geehrt-

Im Mittelpunkt des Festes stand die Ehrung für langjährige Mitgliedschaft in der Feuerwehr Dörpen. Gemeindebrandmeister Horst Kloppenburg hatte die große Ehre im Namen des Kreisfeuerwehrverbandes Aschendorf-Hümmling e.V. Anton Schuten mit dem Ehrenabzeichen für seine 40-jährige Mitgliedschaft zu Ehren. Anton Schuten war insgesamt 18 Jahre Ortsbrandmeister der Feuerwehr Dörpen und hat stets seine ganze Kraft in die Arbeit der Feuerwehr gesteckt. So ist Schuten noch heute maßgeblich an der Brandschutzerziehung der Grundschüler beteiligt. Kloppenburg dankte Schuten für seine langjähre Arbeit im Ehrenamt.

Geehrte, und Ehrende v.L Gemeindebrandmeister Horst Kloppenburg, Anton Schuten mit Ehefrau Marianne, Samtgemeindebürgermeister Hermann Wocken, Renè Klahsen, Bernd Schwarte, Kreisbrandmeister Holger Dyckhoff, Bürgermeister Manfred Gerdes, Ortsbrandmeister Wilfried Ahlers sowie stv. Ortsbrandmeister Andreas Mörker

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